Sonntag, 29. Mai 2016

Pfingstausflug an den Borschen

Der Borschen stand bisher jedes Jahr einmal auf dem Plan und diesmal sidn wir über Pfingsten hin gefahren. Ein langes Wochenende in der nahen Wildnis - da haben wir uns schon riesig drauf gefreut. Gemeinsam mit Tobi und Fabi sind wir am Samstag früh losgefahren. Eigentlich wollten wir schon Freitag abends losfahren, da das Wetter jedoch nicht sonderlich trocken war, haben wir den Start ein bisschen nach hinten geschoben. Angekündigt waren 2-14°C bei Lala-Wetter. Da wir aber Nordströmung hatten, bestand unsere Hoffnung, dass der Erzgebirgskamm die Regenmengen ein bisschen zurückhalten würde.
Nach der Anfahrt hieß es erstmal auschecken, inwieweit das letzte Stück vom Feldweg für unseren Bus befahrbar war. Alles super und so konnten wir auf der hinstersten Wiese unser Zelt am üblichen Paltz aufbauen. Gleich danach ging es in einen der wenigen leidlich kinderfreundlichen Sektoren - die Ostseite. Tobi und ich haben gemeinsam den "Necky" vorgestiegen, eine wunderbare aber recht hart bewertete 5+ Doppel-Verschneidungsriss-Kamin-Kletterei. Mal rechts den Riss, mal Verschneidung, mal links den Riss, mal Kamin - es wird hier viel gefordert. Während wir den Weg berannten, bin ich mit Heckenschere dem Gestrüpp an den Zustiegswegen ein bisschen an die Gurgel gegangen. Emma hat es merklich gut gefallen, jede Menge Buddeleien, Treppen, Löcher mussten gebaut werden und auch ein paar Erkundungsgänge in die Umgebung durften nicht fehlen. Da hier Einstiegstaugliche kurze Routen ein bisschen Mangelware waren, sind wir in den Vorhof umgezogen. Davor musste aber erst der anstrengende und teilweise echt alpin anmutende Zustieg gemeistert werden. Zum Glück ist Emma eine kleine Bergziege...:)

Tobi im "Necky" - eine supergeile aber recht rassig bewertete 5+
Die "Pfeilervariante" (6) im Vorhof
 Nachdem wir dort noch eine Tour geklettert sind, ging es wieder hinunter zum Zelt. Die Essenskiste wartete auf uns. Zwischendurch sind an uns noch ein paar morsche Äste hängen geblieben - welche Zufall, so hatten wir gleich Feuerholz. Das Abendessen bestand aus leckeren selbst gemachten Käsespätzlen. Die Temperatur zog währenddessen schon merklich an, sodass wir mit fortschreitender Uhrzeit immer dicker wurden. Sehr zu Emmas Freude haben wir dann auch das Feuer gezündet, worin sie fleißig Holz nachgelegt hat. Erst als das Feuerhoz alle war, sind wir ins Bett gegangen.
das Abendessen sorgt für Nachschub im Energiespeicher
Was für ein Gefühl - Feuer...
 Da das Zelt zwar für 5 Personen ausgeschrieben war, da aber wahrscheinlich eher die schmale Isomattenvariante gezählt wurde, habe ich aus Platzmangel im Vorzelt geschlafen. Komfort hat halt auch ein paar Nachteile.

Die Nacht war sehr erholsam, der Morgen aber eher von der kühleren Sorte. Vielleicht 4°C, keine Sonne und eine leichte Briese machten es recht anspruchsvoll, warm zu bleiben. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Müsli, Joghurt und jeder Menge Obst machten wir uns also an das Programm, wobei alle warm werden: wandern. Das erste Ziel war der Gipfel des Borschen.
Frühmorgendliches Wasserholen von der Quelle

Die Felsen am Wegesrand mussten natürlich alle getestet werden.
Blick in die letzten Ausläufer des Böhmischen Mittelgebirges und den Egergraben
 Nach dem Gipfel ging es wieder hinunter. Durch den Wind waren wir ganz schön ausgekühlt, sodass Sarah und Emma erstmal Mittagsschlaf im kuscheligen Schlafsack gemacht haben. Fabi und Tobi waren währenddessen ein bisschen klettern und ich hab jede Menge Fotos der Felswände gemacht. Wer weiß, wozu man die später mal braucht... :)
Am Nachmittag gab es dann eine zweite Wanderrunde, diesmal einmal rund um den Borschen. Eine schöne Runde, wo wir auch ein paar sehr schöne Klettergebiete auf der Nordost-Seite entdeckt haben. Wieder amZalt zurück gab es erstmal einen kleinen Regenschauer, den wir aber gekonnt im Zelt verspielt haben, bevor wir uns in der Abendsonne eine leckere Gnocchi-Pfannegekocht haben.
Einen kurzen abendlichen Regenschauer überbrücken wir mit Memory im Zelt
... endlich wieder was zu trinken... :)
Später konnten wir dann das Abendbrot wieder in der Sonne schnibbeln
Besser wie jeder Spielplatz
Nor Mama, hier ist es schön!
 Der Montagmorgen war ein bisschen wärmer, also nochmal ran an den Fels. Wir laufen zur Teufelskanzel, hier gibt es ein bisschen Platz zum Spielen. Tobi macht die Ostverschneidung und dann kommteine kleine Husche, die uns zur Heimfahrt drängt. Nach dem Zusammenpacken sind wir noch schnell tschchische Köstlichkeiten einkaufen gefahren und schon waren wir wieder auf dem Heimweg. Nächstes Mal kann es ruhig noch ein bisschen wärmer sein...
Dekadent leckeres Frühstück

Emma zieht das Seil von der Teufelskanzel ab - jetzt geht´s nach Hause!
Viele Grüße,
Basti

Montag, 23. Mai 2016

Himmelfahrt auf der Intensivstation

Das lange Männertag-Wochenende hieß für uns mal nicht "Treffen junger Bergsteiger", sondern "Frankenjura"! Von Carsten und Christian organisiert, mussten wir nur anreisen und da sein - auch mal schön. Freitag Abend ging es los und nach knapp 2h Fahrt waren wir in Tüchersfeld. Nach kurzem suchen hatten wir dann die Zufahrt zur Intensivstation gefunden. Hier haben vor ein paar Jahren Ulrike und Willi ein Haus mit großem Grund gekauft und für Kletterer hergerichtet. Ein paar gemütliche Holzhüttchen stehen am Hang, im Haus ein paar Zimmer, leckeres Frühstück und - am wichtigsten - die Felsen keine 2m von der Haustür entfernt. Optimal ist natürlich auch, dass seit kurzem ein kleiner Sandkasten mit Rutsche da ist. :)
Also ist einfach alles vorhanden, was es zur Behandlung des chronischen Klettervirus braucht! Die genialste Intensivstation der Welt!

Am Samstag sind wir gleich an die hauseigenen Felsen gezogen. Ohne Rucksack (weil es bis zur Hütte nur 50m sind) ging es den Hang hinauf und Felsen schauen. Hier gibt es knapp 100 Routen von 2 bis 10, modern abgesichert. Die meisten Routen bewegen sich so zwischen 8 und 15m Länge, die Längste ist 23m lang. Das Umfeld ist für ganz kleine Kinder nicht überall optimal, da es viele Stellen am Hang gibt. Einige Ecken sind aber brettflach und eignen sich super zum Picknicken.

Carsten in der "Rampensau"

So haben wir es uns also erstmal gutgehen lassen und sind ein paar Plaisir-Touren geklettert, während Emma zwischen Buddeln, Erkundungstouren, Schaukeln in der Hängematte und Spielen auf dem Spielplatz wählen konnte. Über den Tag trudelten dann immer mehr Freunde von Christian und Carsten ein und Emma bekam auch ordentlich Spielverstärkung.
Gegen Nachmittag gabs dann auch das regionale "Cafetrinken" mit Rhabarber- und Zupfkuchen auf der Sonnenterrasse...einfach geiiiil!
Zum Abspecken gab´s noch ne Mini-Wandertour zum örtlichen Fahnenstein, von welchem man ganz Tüchersfeld überblicken kann.
Wer Lust und Muße hatte, konnte sich gegen abend dann am großen "Schnippeln" beteiligen. Gemeint ist die Zubereitung des Abendbrots, wobei jeder ein paar kleine Zutaten und Reste ausm Kühlschrank dabei hatte und wir am Ende ein super geniales Buffet draus zauberten: vom indischen Aufstrich, über Wald- und Wiesensalat mit Honigdressing über Tortelloni- und Rote-Linsensalat war so ziemlich alles an Köstlichkeiten dabei (und dazu noch gesund!!!!), was Genießer eben brauchen.

Spaziergang in der Frühlingssonne

Blick vom Fahnenstein auf den Ortskern

Am Freitag stand dann für Basti ein Frühstart an, denn aus beruflichen Gründen wurde er in Chemnitz gebraucht und bretterte 6 Uhr über die Autobahn.
Emma und ich drehten uns gemütlich im Bett rum und schliefen bis um acht und waren dann trotzdem noch die Ersten beim Frühstück. Genauso gemütlich, wie am ersten Tag, ging es auch heute zu. Bis Mittag spielten und kletterten wir am Hausberg und als Basti dann 500km später wieder bei uns ankam, packten wir zusammen mit Schubis und Doro und Rene die Rucksäcke und erkundeten die Elfenwände zwei Orte weiter. Am erstklassigen löchrigen Kalk (mit tollen Höhlen für neugierige Kinder) konnten wir auch ein paar anspruchsvollere Wege klettern. Die ganz schicken Touren waren aber leider durch andere Kletterer belegt.  Kurti, Emma und ich erkundeten noch einen Jägerstand und sahen zu unserem Glück auch noch ein Reh in den Wald hüpfen!

Klettern (spielen), essen und chillen...was will man mehr?
Für den Samstag war dann eine kleine Wanderung angesetzt, zu welcher jeder mit konnte, aber nicht musste. Wir wanderten über einen kleinen felsigen Pfad zur Oswaldhöhle (und dann sogar noch hindurch) und entdeckten noch einen tollen Aussichtsturm sowie eine weitere Höhle mit coolen Formationen und Gängen. Nach etwa 3km trennten wir uns von der großen Wanderschar und zogen mit Schubis (Steffi, Christoph und Schubi) eine kleinere Runde durch halbschattige Wälder.
Im Anschluss wollten wir uns noch ein Eis in Gößweinstein gönnen, doch vollgestopfte Eisdielen und etliche Prozessionen bescherten uns letzlich doch ein kleines Sandwicheis aus dem Supermarkt.
Aber egal...Eis ist Eis und das ist lecker! Die Kalorien wurden dann noch fix am 100m entfernten Fels (den Fehenwänden) abgeklettert. Emma flirtete unterdessen mit dem kleinen Christoph und übte sich schon fleißig im "große-Schwester-sein".
Zurück auf der Intensivstation wurden wir dann mit leckerem Grillgut und wieder umwerfenden Salatkreationen verköstigt. Ein gemütliches Lagerfeuer krönte unseren Abend dann endgültig.


der Eingang zur Oswaldhöhle

Wandermaus Emma stapft natürlich selbst über Stock und Stein
Expedition Quackenschloß
Schubi am Fehenstein



und auch die dicke Mama ist mal dran
Am Sonntag Morgen stand Basti dann wieder kurz nach Sieben neben dem Bett. Diesmal aber zum "Guten-Morgen-Klettern". Wir Weiber schlummerten dann doch lieber noch eine Runde, denn klettern können wir ja heute trotzdem noch genug.
Nach einem super gemütlichen Frühstück gings dann auch echt chillig weiter: klettern, spielen, buddeln und quatschen.
Nach einer kleinen Mittagsstärkung fuhren wir dann am zeitigen Nachmittag wieder heim.
Das herrliche Wetter nutzten wir, um unser Abendbrot draußen im Garten zu verputzen. Nach einer weiteren ausgiebigen Spiel-Session konnten wir Emma nur noch in die Wanne stecken (Wasser--> schwarz!) und anschließend dauerte es keine 5min bis dann auch die Augen zu fielen.
ein klitzekleiner Ausschnitt von der Intensivstation (inkl. dicker Mama am Fels)
Ein herrliches langes Wochenende ging zu Ende! Danke an alle lieben Menschen, die uns ein soooo herrliches und perfektes Wochenende bereitet haben! Gerne wieder!!!

Dienstag, 10. Mai 2016

Tag der Arbeit in Wolkenstein

Nachdem wir den TopRope-Tough-Guys-Wettkampf erfolgreich hinter uns gebracht hatten, mussten wir das schöne Wetter am 1. Mai nutzen. Da Gerald noch in Chemnitz weilte, trafen sich alle Kletterführerautoren an der Zentralwand in Wolkenstein. Wir waren mit dem Auto ein paar Minuten eher als der Zug da und fingen schon mal an, den Wandfuß unterhalb des Boys mit Hütten und Sitzgelegenheiten zu verschönern. Emma hat fleißig mitgehlofen und sogar eine kleine Blindschleiche gesehen.
Da wir am Boy selber noch nicht so viel geklettert sind, haben wir das heute gleich mal nachgeholt. Cowboy (6+), Multiboy (eher 6) und das Wolkensteiner Klettertreffen (7) sind für uns dabei abgefallen, alles recht schöne und gut gesicherte Routen. Als Abschluss hab ich mit Gerald noch zwei längere neue Touren von Daniel geklettert: Thor´s Hammer (7) und der Direkte Frühlingswind (7+). Beide sehr, sehr schön, aber aufgrund der geringen Begehungen (waren ja bisher noch nicht veröffentlicht) an manchen Stellen ein bisschen verflechtet. Das sollte sich aber ab 24.05. ändern :)
Schaffe, schaffe, Häusle baue
Ingo auf der "Reise zum Regenbogen" (6-)
Gerald in der plattigen Stelle des "Wolkensteiner Klettertreffens" (7)
Besuch des lokal ansässigen Federviehs
Sarah im "Multiboy" (6)
Viele Grüße,
Basti

Freitag, 8. April 2016

Weiber-Kletter-Urlaub in Südfrankreich

Lehrer sein, ist einfach nur geiiillll!

Meine neue Berufung verschafft mir nicht nur unglaublich tolle Zukunftsperspektiven, super tolle Schüler und Kollegen sondern auch richtig viel Urlaub!
Damit die Osterferien nicht zuhause abgesessen werden müssen, habe ich mich entschlossen irgendwie und irgendwohin in den Kletterurlaub zu fahren. Aus einer "Schnapsidee" unter Bekannten und Freunden wurde dan aber doch Ernst: Jipiieeeee ich kann mit nach Südfrankreich zum Klettern fahren! Geil! Der letzte große Kletterurlaub vorm Zwerg Nr.2 ... das darf ich mir nicht nehmen lassen!

Da ich mich in Südfrankreich mit unseren Freunden Alex, Nienke und Eline treffen will (die gerade auf großer Reise sind...), überlege ich, ob ich Emma gleich mitnehme. Da ich unserer Dicken ihre beste Freundin nicht vorenthalten will und dies auch erstmal die letzte Chance für einen MamaTochter-Urlaub ist, darf Emma schließlich mitfahren.

Am Grün-Donnerstag gehts nach Schule und Kindergarten sofort nach Leipzig, wo wir noch ein paar liebe Leute vom BSV einpackten. 8 Tage werden wir mit dem BSV-Leipzig auf dem Zeltplatz verbringen, und klettern und wandern, wie und mit wem uns beliebt. Nach super-dickem Berufsverkehr kamen wir 18 Uhr in Leipzig los und lließen nach einer anstrengenden Fahrt und ca.14h Fahrt die rund 1300km hinter uns.
Die Fahrt über Nacht ersparte uns viele Pausen, da die Kids im Auto schlafen konnten, während wir Großen abwechselnd Fahrdienst spielten.
Klar ist, dass der Folgetag für uns als Fahrer wegen Schlafmangels natürlich im A.... war.
Doch ein gemütliches Frühstück auf dem Zeltplatz, chilliges Zeltaufbauen und Zeltplatzerkunden sowie ein ausgedehnter 3-h-Mittagsschlaf sowie ganz viel Tobezeit auf dem Spielplatz vor Ort ließen den Tag dennoch richtig schön werden.

 Den Samstag verbrachten Emma und ich mit der Jugend vom BSV am Cirque de Gens. Das ist quasi das 3km entfernte Hausklettergebiet mit massenhaft tollen Routen. Viele Touren sind echt SPECKtakulär, nicht nur wegen der (teils komplett fehlenden) Reibungskomponente des Kalkes sondern auch der grandiosen Aussicht auf den Canyon, den die Ardeche durch den Kalkstein gefressen hat.
An diesem sehr sonnigen und heißen Tag gings per Pedes an den Fels, Emma durfte ihr Laufrad mitnehmen und ich den großen Kletterrucksack. Emmas kurze Beine konnten natürlich nicht lange dem Tempo der Jugend mithalten und auch das Laufrad war wegen lockerem Rad und Sattel auch keine große Hilfe.
Also schalteten wir einen Gang runter und liefen gemütlich hinterher und folgten den Spuren der JuGru bis an die Wände. Mein Urlaubsziel, jeden Klettertag mit mindestens 3 Touren zu absolvieren, gelang heute unter lautstarkem Protest von Emma. Die ganzen fremden (aber sehr lieben) Leute waren ihr dann doch etwas suspekt.
Der Rückweg wurde mir etwas erleichtert, indem ein paar liebe Jungs mir den riesigen Kletterrucksack mit dem Auto mit auf den Zeltplatz nahmen. Sodass ich die erschöpfte Emma, ihr kaputtes Laufrad wenigstens mit weniger Gepäck heimbegleiten konnte. Natürlich brauchten wir wieder viiieeel länger, aber ich bin mächtig stolz darauf, dass unsere kleine Emma (bis auf 100m) den kompletten Weg eigenständig gelaufen ist! Immerhin standen mindestens 6km auf Emma´s Kilometerzähler....
die kleine Wandermaus beim Balancieren

ein kleiner Teil des Cirque de Gens

Der Sonntag verlief dann wegen Regen eher gemütlich.
Der Osterhase (wer auch immer das war...) hatte allen Kindern eine kleine Süßigkeit vors Zelt gelegt und auch vom Zeltplatz-Bäcker bekam Emma ein Osterei. Somit war Emmas Tag mit Pfützenhüpfen, spielen und matschen echt perfekt, ganz abgesehen von Mamas Tag, die eigentlich nur damit beschäftigt war, Emma trockenzulegen und Bus und Zelt vor kindlichen Schlamm-Schuh-Attaken zu schützen.
Am Nachmittag kam dann die Sonne raus und wir zwei wanderten flussaufwärts (geniale 500m!) und verbrachten den Rest des Tage in der Hängematte.

Sonntag Nacht kamen Konings dann endlich an und Emmas Mama-Verlustängste ließen in den folgenden Tagen erheblich nach. Endlich hatte auch ich Urlaub, denn durch Eline, war Emma gut abgelenkt und Alex und Nienke verschafften mir auch sehr viel Freiraum und Klettermeter, indem sie die Mädels auch mal betreuten.
Zwei Tage verbrachten wir in den Klettergebieten bei Balazuc, wobei wir an einem malerischen, autark geführten Dorf mit 10 Einwohnern, 6 Schweinchen, 4 Hunden, Ziegen und einigem anderen Getier vorbeikamen und dort auch unseren Cafe o lait nach dem Klettern genossen. Herrlich!
Am Dienstag fuhren wir an die Chassezac in den Sektor Mazet Plage. Hier waren wir während unserer Elternzeit schonmal und die Kids konnten sich in dem herrlichen Gelände unbeschwert austoben während Mama dann auch noch ne 6a -trotz dickem Bauch-nachsteigen konnte.

Den Mittwoch verbrachten wir nochmal am Cirque de Gens. Heute hatte Alex Ruhetag und wanderte mit den Mädels zu uns. Nach Rekordverdächtigen 3,5 Stunden für 3km erreichten uns die Drei dann erleichtert.
Ein echt geiler Tag...denn heute waren 5 oder 6 Touren für mich drin und davon eine 6a+.

Der vorletzte Tag war dann wieder von wechselhaftem Wetter geprägt. Nochmal gings in den Cirque, diesmal hatten Nienke und ich die Mädels Betreuung inne, aber Eline hatte heute auch Regenwetter im Gesicht. Die Mädels brauchten mal ihre Ruhe voreinander, so schlumperten wir eben allein zum Fels.
Dann regnete es auch noch den Rest des Tages, sodass wir unseren trockenen Platz unterm Überhang aufgaben und uns erfolglos ein Cafe in Roums suchten.
wir krabbeln in Löcher und finden tolle Höhlen...

die Ardeche bei Chauzon, kurz vor dem Cirque de Gens

Durchgekühlt und nass füllten wir unsere Energie und Motivationslöcher im Kaminzimmer auf dem Campingplatz wieder auf. Bevor es dann zum großen ResteFressen ging: eine andere Jugendgruppe hatte uns ihre Rest-Lebensmittel geschenkt und so futterten wir den ganzen Abend (Chilli con Carne, Grill-Burger und Nudeln) bis wir um zehn komplett übermüdet in den Schlafsack fielen.

Am Samstag hieß es dann auch schon wieder packen und heimfahren. Da wir gegen Mittag aufbrachen und einen Teil der Strecke tagsüber fuhren, brauchten wir auch deutlich länger nach Hause. Sonntag früh um 6 Uhr erreichte ich mit Emma, pünktlich zum Sonnenaufgang, unser Zuhause und fielen sofort in die Koje.

Fazit: ein echt cooler, aber sehr anstrengender Urlaub konnte uns mal wieder so richtig aus dem Alltag rausholen.  Emma ist eine tolle Reisebegleiterin und mag das Zelten sehr. Auch das Schlafen im Schlafsack klappt hervorragend. Lediglich der häufig fehlende Mittagsschlaf und Papas Abwesenheit machte den Urlaub etwas anstrengend. Die Reiselust ist geweckt und wir freuen uns schon riesig auf die nächste große Reise! Allerdings haben wir uns geschworen unseren Papa das nächste Mal mitzunehmen, denn der hat uns echt gefehlt!Also müssen wir dringend noch ein paar Urlaubstage für ihn rausholen!

Vielen lieben Dank an alle Mitfahrer, Helfer und Freunde, die uns so toll unterstützt haben!
Weitere Bilder folgen, sobald ich sie bekommen habe.

Ganz liebe Grüße
Emma und Sarah


Dienstag, 29. März 2016

Osterboofen

Dieses Jahr gestaltete sich die Ostereiersuchen ganz nach meinem Geschmack: kalt, wild und mit viel Fels. Wie immer ging es zu Ostern hinaus ins Elbi, diesmal für 3 Tage. 
Die Anfahrt am Samstag gestaltete sich aufgrund technischer Probleme bei der Dresdner S-Bahn ein bisschen länger, da es aber sowieso geregtnet hatte, waren wir nicht in Eile. Nach 3x Umsteigen waren wir schließlich in Schmilka und schulterten unsere schweren Rucksäcke. Eine kleine Stärkung musste an der Mühle noch mitgenommen werden, bevor wir uns hinaufarbeiteten. Liefen wir anfangs noch im Pulk, waren wir spätestens an der Abzeigung zur Starken Stiege allein. Die Steilstufe hinauf ging es mit den ersten Sonnenstrahlen und im T-Shirt. Auf schmalen Pfaden mit schönem Ausblick liefen wir an der Rotkehlchenstiege vorbei zur Heiligen Stiege. An allen Treffpunkten mit offiziellen Wanderwegen war mächtig was los, ansonsten haben wir kaum jemanden gesehen. Da wir noch jede Menge Zeit hatten, haben wir auf dem Carolafelsen eine Stärkungsrast eingelegt, bevor wir durch die Wilde Hölle abgestiegen sind. Da wir keine Lust auf breite Wege hatten, sind wir den Kletterpfad immer an den Affensteinen entlang gelaufen und haben ehrfürchtig die Ringe in glatter Wand begutachtet... 
In der Starken Stiege
Ausblick vom Carolafelsen - ein Foto, dass bestimmt nur wenige haben... :)
Durch die Wilde Hölle ging es wieder hinab
Als wir schließlich in unserer Boofe am Wildenstein angekommen sind, wurde erstmal Siedler von Catan gezockt. Beim Sonnenuntergangs-schauen haben wir dann noch eine Packung Toffifee gefunden. Frohe Ostern! :)
 Ich war natürlich schon in der Früh wach und es war recht frisch - vereinzelt hatten wir Reif. Da ich mir aber den Sonnenaufgang ansehen wollte, hieß es anmummeln und los. Sehr schön, nur der Ostwind war echt schweinekalt.
Bloßstock im Morgenlicht
Nach einem leckeren Frühstück sind wir zur Zyklopenmauer gelaufen. Unser Ziel war es, in der Sonne und im Windschatten zu klettern, es waren ja 18°C angesagt, könnte also T-Shirt-Wetter werden... Die Sonne hatten wir in der Wand, jedoch auch jede Menge Wind, sodass ich außer beim Klettern die Daunenjacke kaum ausgezogen habe... Allerdings entschädigten die Wege: Zum Aufwärmen ging´s den "Südriß" hinauf (VIIa), um sich an die Eisenplatten zu gewöhnen, denn anschließend war die "Plattenwand" dran (VIIc). Herrlich! Kleine Leisten und Henkelchen auf einer senkrechten Wand. Das hätte ewig so weitergehen können. Da es uns dann doch zu windig geworden ist, sind wir zur Glocke umgezogen. Dort ging Sören direkt den "Direkten Abendgong" an. Der stand noch nicht im Kletterführer, ssah aber ganz machbar aus. Eine Knirpelwand mit Ring und dann eine Rinne mit einem Zweiten. Anspruchsvoll, für Größere vielleicht etwas schwerer als die angegebene VIIc. Der Ausstieg ist jetzt auf jeden Fall wieder sauber. Der letzte Weg des Tages war dann die "Kleine Reibung" (VI) auf die Glocke. Wahrscheinlich der sauberste Weg hier.
Im "Südriß" (VIIa) mit ein paar Zuschauern (Zitat: "Ein bisschen verrückt muss man da aber schon sein, oder?")
Herrliche Kletterei in der "Plattenwand" (VIIc)

Tobi im Nachstieg
Friedrich balanciert die runde Kante der "Kirchturmstiege" (VIIa) hinauf
Jetzt kommen die schweren Meter im "Direkten Abendgong"(VIIc)
Wieder eine herrliche Abendstimmung
Der Abend wurde etwas länger, da wir nun zu 6. in der Boofe waren. Am Ostermontag besuchte und der Friedrich-Osterhase und hat seine 49 Eier versteckt, die wir natürlich erst suchen mussten, ehe wir klettern durfen. Zum Warmwerden ging es für uns über die "Südwand" (VIIa) auf den Steinbachturm hinauf. Ein Klassiker von Hasse. Sören hat sich dann die "Sandalenpower" (VIIIa) hinaufgepatscht, den ich im Nachstieg nur mit sehr lauter Atmung machen konnte. Da wir wieder ein bisschen in die Sonne wollten, ging es zum Abschluss noch an die Wildensteinscheibe. Mit der "Direkten Ostkante" (VIIb) gab es dort eine wirklich klasse Kantenkletterei. Zum Anschluss sind wir noch die "Silvestervariante" (VIIc) hinauf. Da die Rippe vorm Ring zwar eine wunderbare Zackenschlingenposition abgibt, kleine Anklopfer aber mit Vibrationen antwortet, musste ich erstmal meine Nerven sammeln. Am Ring dann nochmal kurz durchschütteln und die letzten reibigen Meter hinauf. Geschafft!
Ein wunderschönes Ostern!
Guten Morgen!
Unsere Beute!
"Direkte Ostkante" (VIIb) an der Wildensteinscheibe
Viele Grüße,
Basti

Sonntag, 20. März 2016

Rochlitzer Berg

Das Wetter ist ja aktuell nicht gerade sehr Kletterfamilien-freundlich. Weder kann man gescheit im Schnee etwas machen, noch draußen länger als 10 Minuten rumstehen ohne zu frieren. Da hilft es also nur, ständig in Bewegung zu bleiben - wandern zum Beispiel. Und wenn man eh nicht klettern gehen kann, können zumindest neue, bisher unbesuchte Klettergebiete erkundet werden. So waren wir letztes Wochenende am Rochlitzer Berg wandern. Von Biesern aus ging es die Mulde ein Stück aufwärts den Mulderadweg entlang, bis uns ein schöner Spielplatz und ein paar Schafe zu einer kleinen Verweilpause eingeladen haben. Da aber ein eisiger Ostwind ging, fiel diese nicht so üppig aus... Anschließend haben wir mächtig Ausdauer trainiert: der Aufstieg zum Rochlitzer Berg stand an. Mit Croozer bzw. Emma auf den Schultern ging hier ganz schön die Pumpe. Im Wald waren die Wege durch Holzfällarbeiten ganz schön zerwühlt, sodass wir schlussendlich über ein paar schön angelegte Dowhill-Trails bis zum höchsten Punkt gelaufen sind. War bestimmt die erste Befahrung durch einen Fahrradanhänger :).
Oben angekommen zog es uns natürlich sofort zu den alten Steinbrüchen. Mega beeindruckend. Hier gibt es Rißlinien in aalglatter Wand. Ohh, wenn es doch trocken und ein bisschen wärmer wäre... Nach ausgiebiger Begutachtung ging es dann aber weiter, die Kälte kroch wieder langsam unter die Klamotte. Über den Lutherweg bzw. einer abenteuerlicheren Variante ging es wieder zur Mulde hinab und weiter bis Rochlitz. Dort ging es dann wieder auf die rechte Flussseite hinüber und nach einem kurzen Aufstieg standen wir wieder am Auto. Eine schöne Runde, gerade mit Kindern.
Auf dem Mulde-Radweg

Solche schönen Spileplätze gibt es bei uns in der Nähe leider nicht...

Bekanntschaften am Wegesrand

Der Aufstieg zum Rochlitzer Berg

Der Bruchwächter

Der Gleisbergbruch ist bestimmt 30m tief
Blick auf den "Leuchtenden Pfad" (VIIIa)


Blick auf die Altstadt von Rochlitz