Freitag, 8. April 2016

Weiber-Kletter-Urlaub in Südfrankreich

Lehrer sein, ist einfach nur geiiillll!

Meine neue Berufung verschafft mir nicht nur unglaublich tolle Zukunftsperspektiven, super tolle Schüler und Kollegen sondern auch richtig viel Urlaub!
Damit die Osterferien nicht zuhause abgesessen werden müssen, habe ich mich entschlossen irgendwie und irgendwohin in den Kletterurlaub zu fahren. Aus einer "Schnapsidee" unter Bekannten und Freunden wurde dan aber doch Ernst: Jipiieeeee ich kann mit nach Südfrankreich zum Klettern fahren! Geil! Der letzte große Kletterurlaub vorm Zwerg Nr.2 ... das darf ich mir nicht nehmen lassen!

Da ich mich in Südfrankreich mit unseren Freunden Alex, Nienke und Eline treffen will (die gerade auf großer Reise sind...), überlege ich, ob ich Emma gleich mitnehme. Da ich unserer Dicken ihre beste Freundin nicht vorenthalten will und dies auch erstmal die letzte Chance für einen MamaTochter-Urlaub ist, darf Emma schließlich mitfahren.

Am Grün-Donnerstag gehts nach Schule und Kindergarten sofort nach Leipzig, wo wir noch ein paar liebe Leute vom BSV einpackten. 8 Tage werden wir mit dem BSV-Leipzig auf dem Zeltplatz verbringen, und klettern und wandern, wie und mit wem uns beliebt. Nach super-dickem Berufsverkehr kamen wir 18 Uhr in Leipzig los und lließen nach einer anstrengenden Fahrt und ca.14h Fahrt die rund 1300km hinter uns.
Die Fahrt über Nacht ersparte uns viele Pausen, da die Kids im Auto schlafen konnten, während wir Großen abwechselnd Fahrdienst spielten.
Klar ist, dass der Folgetag für uns als Fahrer wegen Schlafmangels natürlich im A.... war.
Doch ein gemütliches Frühstück auf dem Zeltplatz, chilliges Zeltaufbauen und Zeltplatzerkunden sowie ein ausgedehnter 3-h-Mittagsschlaf sowie ganz viel Tobezeit auf dem Spielplatz vor Ort ließen den Tag dennoch richtig schön werden.

 Den Samstag verbrachten Emma und ich mit der Jugend vom BSV am Cirque de Gens. Das ist quasi das 3km entfernte Hausklettergebiet mit massenhaft tollen Routen. Viele Touren sind echt SPECKtakulär, nicht nur wegen der (teils komplett fehlenden) Reibungskomponente des Kalkes sondern auch der grandiosen Aussicht auf den Canyon, den die Ardeche durch den Kalkstein gefressen hat.
An diesem sehr sonnigen und heißen Tag gings per Pedes an den Fels, Emma durfte ihr Laufrad mitnehmen und ich den großen Kletterrucksack. Emmas kurze Beine konnten natürlich nicht lange dem Tempo der Jugend mithalten und auch das Laufrad war wegen lockerem Rad und Sattel auch keine große Hilfe.
Also schalteten wir einen Gang runter und liefen gemütlich hinterher und folgten den Spuren der JuGru bis an die Wände. Mein Urlaubsziel, jeden Klettertag mit mindestens 3 Touren zu absolvieren, gelang heute unter lautstarkem Protest von Emma. Die ganzen fremden (aber sehr lieben) Leute waren ihr dann doch etwas suspekt.
Der Rückweg wurde mir etwas erleichtert, indem ein paar liebe Jungs mir den riesigen Kletterrucksack mit dem Auto mit auf den Zeltplatz nahmen. Sodass ich die erschöpfte Emma, ihr kaputtes Laufrad wenigstens mit weniger Gepäck heimbegleiten konnte. Natürlich brauchten wir wieder viiieeel länger, aber ich bin mächtig stolz darauf, dass unsere kleine Emma (bis auf 100m) den kompletten Weg eigenständig gelaufen ist! Immerhin standen mindestens 6km auf Emma´s Kilometerzähler....
die kleine Wandermaus beim Balancieren

ein kleiner Teil des Cirque de Gens

Der Sonntag verlief dann wegen Regen eher gemütlich.
Der Osterhase (wer auch immer das war...) hatte allen Kindern eine kleine Süßigkeit vors Zelt gelegt und auch vom Zeltplatz-Bäcker bekam Emma ein Osterei. Somit war Emmas Tag mit Pfützenhüpfen, spielen und matschen echt perfekt, ganz abgesehen von Mamas Tag, die eigentlich nur damit beschäftigt war, Emma trockenzulegen und Bus und Zelt vor kindlichen Schlamm-Schuh-Attaken zu schützen.
Am Nachmittag kam dann die Sonne raus und wir zwei wanderten flussaufwärts (geniale 500m!) und verbrachten den Rest des Tage in der Hängematte.

Sonntag Nacht kamen Konings dann endlich an und Emmas Mama-Verlustängste ließen in den folgenden Tagen erheblich nach. Endlich hatte auch ich Urlaub, denn durch Eline, war Emma gut abgelenkt und Alex und Nienke verschafften mir auch sehr viel Freiraum und Klettermeter, indem sie die Mädels auch mal betreuten.
Zwei Tage verbrachten wir in den Klettergebieten bei Balazuc, wobei wir an einem malerischen, autark geführten Dorf mit 10 Einwohnern, 6 Schweinchen, 4 Hunden, Ziegen und einigem anderen Getier vorbeikamen und dort auch unseren Cafe o lait nach dem Klettern genossen. Herrlich!
Am Dienstag fuhren wir an die Chassezac in den Sektor Mazet Plage. Hier waren wir während unserer Elternzeit schonmal und die Kids konnten sich in dem herrlichen Gelände unbeschwert austoben während Mama dann auch noch ne 6a -trotz dickem Bauch-nachsteigen konnte.

Den Mittwoch verbrachten wir nochmal am Cirque de Gens. Heute hatte Alex Ruhetag und wanderte mit den Mädels zu uns. Nach Rekordverdächtigen 3,5 Stunden für 3km erreichten uns die Drei dann erleichtert.
Ein echt geiler Tag...denn heute waren 5 oder 6 Touren für mich drin und davon eine 6a+.

Der vorletzte Tag war dann wieder von wechselhaftem Wetter geprägt. Nochmal gings in den Cirque, diesmal hatten Nienke und ich die Mädels Betreuung inne, aber Eline hatte heute auch Regenwetter im Gesicht. Die Mädels brauchten mal ihre Ruhe voreinander, so schlumperten wir eben allein zum Fels.
Dann regnete es auch noch den Rest des Tages, sodass wir unseren trockenen Platz unterm Überhang aufgaben und uns erfolglos ein Cafe in Roums suchten.
wir krabbeln in Löcher und finden tolle Höhlen...

die Ardeche bei Chauzon, kurz vor dem Cirque de Gens

Durchgekühlt und nass füllten wir unsere Energie und Motivationslöcher im Kaminzimmer auf dem Campingplatz wieder auf. Bevor es dann zum großen ResteFressen ging: eine andere Jugendgruppe hatte uns ihre Rest-Lebensmittel geschenkt und so futterten wir den ganzen Abend (Chilli con Carne, Grill-Burger und Nudeln) bis wir um zehn komplett übermüdet in den Schlafsack fielen.

Am Samstag hieß es dann auch schon wieder packen und heimfahren. Da wir gegen Mittag aufbrachen und einen Teil der Strecke tagsüber fuhren, brauchten wir auch deutlich länger nach Hause. Sonntag früh um 6 Uhr erreichte ich mit Emma, pünktlich zum Sonnenaufgang, unser Zuhause und fielen sofort in die Koje.

Fazit: ein echt cooler, aber sehr anstrengender Urlaub konnte uns mal wieder so richtig aus dem Alltag rausholen.  Emma ist eine tolle Reisebegleiterin und mag das Zelten sehr. Auch das Schlafen im Schlafsack klappt hervorragend. Lediglich der häufig fehlende Mittagsschlaf und Papas Abwesenheit machte den Urlaub etwas anstrengend. Die Reiselust ist geweckt und wir freuen uns schon riesig auf die nächste große Reise! Allerdings haben wir uns geschworen unseren Papa das nächste Mal mitzunehmen, denn der hat uns echt gefehlt!Also müssen wir dringend noch ein paar Urlaubstage für ihn rausholen!

Vielen lieben Dank an alle Mitfahrer, Helfer und Freunde, die uns so toll unterstützt haben!
Weitere Bilder folgen, sobald ich sie bekommen habe.

Ganz liebe Grüße
Emma und Sarah


Dienstag, 29. März 2016

Osterboofen

Dieses Jahr gestaltete sich die Ostereiersuchen ganz nach meinem Geschmack: kalt, wild und mit viel Fels. Wie immer ging es zu Ostern hinaus ins Elbi, diesmal für 3 Tage. 
Die Anfahrt am Samstag gestaltete sich aufgrund technischer Probleme bei der Dresdner S-Bahn ein bisschen länger, da es aber sowieso geregtnet hatte, waren wir nicht in Eile. Nach 3x Umsteigen waren wir schließlich in Schmilka und schulterten unsere schweren Rucksäcke. Eine kleine Stärkung musste an der Mühle noch mitgenommen werden, bevor wir uns hinaufarbeiteten. Liefen wir anfangs noch im Pulk, waren wir spätestens an der Abzeigung zur Starken Stiege allein. Die Steilstufe hinauf ging es mit den ersten Sonnenstrahlen und im T-Shirt. Auf schmalen Pfaden mit schönem Ausblick liefen wir an der Rotkehlchenstiege vorbei zur Heiligen Stiege. An allen Treffpunkten mit offiziellen Wanderwegen war mächtig was los, ansonsten haben wir kaum jemanden gesehen. Da wir noch jede Menge Zeit hatten, haben wir auf dem Carolafelsen eine Stärkungsrast eingelegt, bevor wir durch die Wilde Hölle abgestiegen sind. Da wir keine Lust auf breite Wege hatten, sind wir den Kletterpfad immer an den Affensteinen entlang gelaufen und haben ehrfürchtig die Ringe in glatter Wand begutachtet... 
In der Starken Stiege
Ausblick vom Carolafelsen - ein Foto, dass bestimmt nur wenige haben... :)
Durch die Wilde Hölle ging es wieder hinab
Als wir schließlich in unserer Boofe am Wildenstein angekommen sind, wurde erstmal Siedler von Catan gezockt. Beim Sonnenuntergangs-schauen haben wir dann noch eine Packung Toffifee gefunden. Frohe Ostern! :)
 Ich war natürlich schon in der Früh wach und es war recht frisch - vereinzelt hatten wir Reif. Da ich mir aber den Sonnenaufgang ansehen wollte, hieß es anmummeln und los. Sehr schön, nur der Ostwind war echt schweinekalt.
Bloßstock im Morgenlicht
Nach einem leckeren Frühstück sind wir zur Zyklopenmauer gelaufen. Unser Ziel war es, in der Sonne und im Windschatten zu klettern, es waren ja 18°C angesagt, könnte also T-Shirt-Wetter werden... Die Sonne hatten wir in der Wand, jedoch auch jede Menge Wind, sodass ich außer beim Klettern die Daunenjacke kaum ausgezogen habe... Allerdings entschädigten die Wege: Zum Aufwärmen ging´s den "Südriß" hinauf (VIIa), um sich an die Eisenplatten zu gewöhnen, denn anschließend war die "Plattenwand" dran (VIIc). Herrlich! Kleine Leisten und Henkelchen auf einer senkrechten Wand. Das hätte ewig so weitergehen können. Da es uns dann doch zu windig geworden ist, sind wir zur Glocke umgezogen. Dort ging Sören direkt den "Direkten Abendgong" an. Der stand noch nicht im Kletterführer, ssah aber ganz machbar aus. Eine Knirpelwand mit Ring und dann eine Rinne mit einem Zweiten. Anspruchsvoll, für Größere vielleicht etwas schwerer als die angegebene VIIc. Der Ausstieg ist jetzt auf jeden Fall wieder sauber. Der letzte Weg des Tages war dann die "Kleine Reibung" (VI) auf die Glocke. Wahrscheinlich der sauberste Weg hier.
Im "Südriß" (VIIa) mit ein paar Zuschauern (Zitat: "Ein bisschen verrückt muss man da aber schon sein, oder?")
Herrliche Kletterei in der "Plattenwand" (VIIc)

Tobi im Nachstieg
Friedrich balanciert die runde Kante der "Kirchturmstiege" (VIIa) hinauf
Jetzt kommen die schweren Meter im "Direkten Abendgong"(VIIc)
Wieder eine herrliche Abendstimmung
Der Abend wurde etwas länger, da wir nun zu 6. in der Boofe waren. Am Ostermontag besuchte und der Friedrich-Osterhase und hat seine 49 Eier versteckt, die wir natürlich erst suchen mussten, ehe wir klettern durfen. Zum Warmwerden ging es für uns über die "Südwand" (VIIa) auf den Steinbachturm hinauf. Ein Klassiker von Hasse. Sören hat sich dann die "Sandalenpower" (VIIIa) hinaufgepatscht, den ich im Nachstieg nur mit sehr lauter Atmung machen konnte. Da wir wieder ein bisschen in die Sonne wollten, ging es zum Abschluss noch an die Wildensteinscheibe. Mit der "Direkten Ostkante" (VIIb) gab es dort eine wirklich klasse Kantenkletterei. Zum Anschluss sind wir noch die "Silvestervariante" (VIIc) hinauf. Da die Rippe vorm Ring zwar eine wunderbare Zackenschlingenposition abgibt, kleine Anklopfer aber mit Vibrationen antwortet, musste ich erstmal meine Nerven sammeln. Am Ring dann nochmal kurz durchschütteln und die letzten reibigen Meter hinauf. Geschafft!
Ein wunderschönes Ostern!
Guten Morgen!
Unsere Beute!
"Direkte Ostkante" (VIIb) an der Wildensteinscheibe
Viele Grüße,
Basti

Sonntag, 20. März 2016

Rochlitzer Berg

Das Wetter ist ja aktuell nicht gerade sehr Kletterfamilien-freundlich. Weder kann man gescheit im Schnee etwas machen, noch draußen länger als 10 Minuten rumstehen ohne zu frieren. Da hilft es also nur, ständig in Bewegung zu bleiben - wandern zum Beispiel. Und wenn man eh nicht klettern gehen kann, können zumindest neue, bisher unbesuchte Klettergebiete erkundet werden. So waren wir letztes Wochenende am Rochlitzer Berg wandern. Von Biesern aus ging es die Mulde ein Stück aufwärts den Mulderadweg entlang, bis uns ein schöner Spielplatz und ein paar Schafe zu einer kleinen Verweilpause eingeladen haben. Da aber ein eisiger Ostwind ging, fiel diese nicht so üppig aus... Anschließend haben wir mächtig Ausdauer trainiert: der Aufstieg zum Rochlitzer Berg stand an. Mit Croozer bzw. Emma auf den Schultern ging hier ganz schön die Pumpe. Im Wald waren die Wege durch Holzfällarbeiten ganz schön zerwühlt, sodass wir schlussendlich über ein paar schön angelegte Dowhill-Trails bis zum höchsten Punkt gelaufen sind. War bestimmt die erste Befahrung durch einen Fahrradanhänger :).
Oben angekommen zog es uns natürlich sofort zu den alten Steinbrüchen. Mega beeindruckend. Hier gibt es Rißlinien in aalglatter Wand. Ohh, wenn es doch trocken und ein bisschen wärmer wäre... Nach ausgiebiger Begutachtung ging es dann aber weiter, die Kälte kroch wieder langsam unter die Klamotte. Über den Lutherweg bzw. einer abenteuerlicheren Variante ging es wieder zur Mulde hinab und weiter bis Rochlitz. Dort ging es dann wieder auf die rechte Flussseite hinüber und nach einem kurzen Aufstieg standen wir wieder am Auto. Eine schöne Runde, gerade mit Kindern.
Auf dem Mulde-Radweg

Solche schönen Spileplätze gibt es bei uns in der Nähe leider nicht...

Bekanntschaften am Wegesrand

Der Aufstieg zum Rochlitzer Berg

Der Bruchwächter

Der Gleisbergbruch ist bestimmt 30m tief
Blick auf den "Leuchtenden Pfad" (VIIIa)


Blick auf die Altstadt von Rochlitz

Sonntag, 21. Februar 2016

21. offizieller Reudnitzer WG-Bouldercup

Dieses Wochenende wurde uns eine große Ehre zuteil: Wir waren zum 21. Reudnitzner WG-Bouldercup eingeladen. Dies ist eine exklusive Boulderveranstaltung mit großer Starbesetzung - Quatsch! Friedrichs und Alex´ alte WG in Leipzig besteht zu einem Großteil aus OSB-Platten mit einem Raster aus Einschlagmuttern. Jedes Jahr findet dort ein kleiner Bouldercup statt, zu dem man eingeladen wird. Wir waren es und waren sehr gespannt.
Halb zwei trafen wir ein und überraschten die meisten noch beim 2. Frühstück. :)  Eine faszinierende WG. Außer Bad und Küche gibt es überall mehr oder weniger Kletterwände. Der Ablauf sah vor, dass gemeinsam abgeschraubt wird und dann im Team Boulder kreiert werden. Anschließend stand der anstrengende Teil bevor: der eigentliche Bouldercup. Mit einem großen Buffett voll Leckereien konnten aber die verlustig gewordenen Kalorien doppelt wieder zugeführt und somit die eigene Wettkampftauglichkeit aufrecht erhalten werden. Fast 30 StarterInnen machten mächtig Stimmung. Die Nachbarn scheinen seht tolerant zu sein - auch ein Schlagschrauber nachts um 11 brachte keinerlei Reaktion.
Um es kurz zu sagen: Es war geil! Boulderrouten mit bis zu 15m Länge, Sprünge, Spreizen,... Alles war geboten. Wir freuen uns aufs nächste Jahr!

Gemeinsames Schrauben der Boulder
Auch akrobatische Elemente waren vorhanden
Kreativer Routenbau
Kurze Pause...
Im Flur dominierten Dächer
Die ehemaligen WG-Bewohner

Ich kenn solche Bilder sonst nur aus Mayen...

Andrang...
Viele Grüße
Basti

Sonntag, 7. Februar 2016

Ja wir leben noch!

Man mag es kaum glauben, uns gibt es noch! Auch wenn unsere Einträge etwas anderes sagen mögen. In den letzten Wochen waren wir froh, wenn wir mal ein paar Minuten hatten und da war ein Blogeintrag nicht prioritär. Da wir uns beruflich komplett verändert haben, mussten wir uns dort erstmal einleben. Ein zusätzlicher "Zeitfresser" war für mich der neue Erzgebirgskletterführer. Zusammen mit Ingo und Gerald werden wir dieses Frühjahr einen neuen Kletterführer vom gesamten Erzgebirge im Geoquestverlage herausgeben. Was ich vorher nur geahnt hatte, hat sich doppelt und dreifach bestätigt: Es geht unheimlich viel Zeit drauf. Etliche Tage konnte ich mich zu Hause freieisen und habe Wände fotografiert, Skizzen gemacht, Bohrhakenpositionen überprüft, den ein oder anderen Busch entfernt. Abends hieß es dann Informationen zusammensammeln, sortieren, Topos malen... Aber jetzt bin ich mit meinem Teil fertig und warte gespannt aufs Ergebnis. Im Frühjahr wird es dann soweit sein.
Freut euch auf schicke und übersichtliche Fototopos mit etlichen neu erschlossenen Felsen und vielen neuen Wegen!

Nichtsdesto trotz haben wir natürlich auch ein paar Unternehmungen gemacht. So waren wir am 2. Weihnachtsfeiertag bei frühlingshaften Temperaturen im Elbi unterwegs. Damit uns nicht so warm wurde, haben wir unseren Weg immer im Schatten oder durch Schlüchte hindurch gelegt... Naja, warm ist uns durch die Aufstiege geworden.
Auf der unteren Affensteinpromenade - natürlich im Schatten
Silvester haben wir wieder mal auf der Königsteiner Hütte verbracht. Das alte Jahr verabschiedete sich sehr stürmig und wir wurden mit einer leichten Zuckerschicht im neuen Jahr begrüßt. Eine 6-stündige Neujahrswanderung hat dann den ein oder anderen ganz schön zugesetzt... :)

Der begehrteste Platz in der Hütte war auf dem Kamin

Die letzten Meter unserer Neujahrswanderung im letzten Tageslicht, schwere Beine aber viele Kinderlieder...
Zwischenzeitlich gab es dann ja auch mal ein bisschen Winter. Das hat uns und vor allem Emma natürlich total gefetzt und so waren wir das ein oder andere Mal rodeln. Den leider bislang letzten Schnee haben wir dann zum Landesjugendleitertag in Rathen durchwandert. Erst gab es Unmengen Neuschnee, die eine perfekte Grundlage für´s Langlaufen zu Hause gegeben hätten, danach regnete es aber alles inerhalb von Stunden wieder weg. So ne Sch... Also sind wir anstelle einer Winterwanderung ins SBB Vereinszenttrum klettern gegangen. Zusammen mit Eline ist Emma dort 6h wie eine verrückte herumgetobt, gerutscht,gehüpft und geklettert. Ein Dreamteam...
Die wenigen Schneetage wurden bis in den frühen Abend hinein genutzt

Unsere kleine Winterwanderung vorm Landesjugendleitertag

Das könnte unsere zukünftige Landesjugendleitung sein
Wenn schon kein Schnee liegt, geht´s halt auch mal in den Tierpark
Dieses Wochenende haben wir dann mit Tobi den Startschuss zu unserem nächsten Großprojekt gelegt: unser Boulderraum nimmt jetzt langsam Gestalt an. Im Ende werden wir ca. 16m² Boulderfläche haben. Zum abendlichen Fingerzerstören völlig ausreichend... Das Grundgerüst steht und wir müssen jetzt nur noch die Platten vorbereiten und anschrauben... Ohhhh, das wird schön...
Teil 1 ist fertig... Und ein paar Boulder gibt es hier auch schon.
Viele Grüße
Basti

Montag, 14. Dezember 2015

Erinnerungen werden wach...

Vor gerade mal einem Jahr waren wir in Frankreich auf großer Tour. Diese Jahr hat auch Chris Sharma eins der schönsten Klettergebiete in Südfrankreich besucht, in dem wir klettern waren: Mouries. Da kommen Erinnerungen auf...

Samstag, 12. Dezember 2015

Schmuddelwetter nein danke! - El Chorro 2015

Hola Chicas y Chicos...

...wir sind in Aufbruchstimmung und wir brauchen mal wieder Veränderungen...
...wir wollen dem täglichen Stress und Trubel entfliehen und mal wieder richtig Zeit für uns und vorallem zum Klettern haben! Also ab in den wohlverdienten Jahresurlaub und ab in den Süden!

Da wir es schön warm haben wollen, entschließen wir uns dieses mal in den Flieger zusteigen und uns nach Malaga, in Andalusien, bringen zu lassen. Neu für uns ist das Fliegen mit Emma, denn Emma kennt Flugzeuge bis dato nur als kleine Punkte am Himmel. Aber schon die Ankunft am Flughafen in Berlin und der erste große vorbeirollende Flieger bringen Emma so richtig in Fahrt! ("Ooooooorrr großes Flugzeug....oooorrrr !")
Am Check-In treffen wir Alex und Eline unsere zwei Reisebegleiter (übrigens die allerbesten, die man sich vorstellen kann!). Getränke für die Mädels dürfen wir in den Flieger mitnehmen...dank dem äußerst kulanten Sicherheitsdienst. Und schwuppdiwupp befinden wir uns auf reichlich 10461m Höhe. Der Flug bereitet keine Probleme, die Weiber sind begeistert von den vielen Getränken, die sie serviert bekommen und auch die 3 Stunden Flugzeit vergehen "wie im Flug". Kurz vor Malaga wirds dann etwas turbulent, wir befinden uns im Landeanflug und schweben über den Stauseen und Bergen von El Chorro entlang (und können sogar schon Häuser und Autos erkennen) als uns kleine Wolken immer wieder ausbremsen... buaaahhhh....so ein Gewackel....
Aber letztlich setzt der große Vogel sicher auf spanischem Boden auf.
Schnell ist das Gepäck und der Mietwagen besorgt und dann fahren wir noch ein Stündchen zu unserem Haus. Die Mädels sind platt und schnarchen was das Zeug hält.
In unserer urigen Hütte angekommen, packen wir fix aus, kochen noch Nudeln und essen die Dekoration  -erntefrische Mandarinen aus der Region - weg. Dann gehts ab ins Bett. Unsere Behausung ist traditionell andalusisch eingerichtet und verfügt über das Notwendigste (Gasherd, Küche, Kühlschrank und eine sehr eigensinnige Dusche...) und drei Schlafzimmer.
El Chorro bedeutet ein paar Häuser, jede Menge Strommasten und -Leitungen und unendlich viel Fels....
Unser Haustier: Bärbel, die Gottesanbeterin
Am nächsten Morgen geht´s erstmal nach Aloro einkaufen. Ein Wahnsinn, wie die Spanier einen Supermarkt und ein Parkhaus inmitten einer Steilhang-Stadt in den Fels bauen können.
Nach unserem kurzen Ausflug zieht es uns dann nach Las Encantadas (unser Hausberg) an den Fels. Nach einer kurzen Suche entdecken wir eine Lagerplatz, der alle geforderten Ansprüche erfüllt: eben, hängemattentauglich, schattig und windgeschützt. Gar nicht so einfach, da hier eigentlich alles am Hang ist. Nachdem wir uns gemütlich gemacht hatten, wurden die Kids abgefüttert und in den Schlaf geschickt. Basti und Alex sind derweilen in die erste Kletterschicht gegangen. Insgesamt dominieren hier senkrechte Wände, in beide Richtungen leicht geneigt. Die Kletterei ist gerade in den liegenden Bereichen sehr technisch. Zum Warmwerden war 6b+ schon ganz gut. Da sich hier in den letzten Jahren seit der Veröffentlichung des Rockfax-Kletterführers 2009 ein paar bohrfreudige Kletterer ausgelassen haben, sind wir auch in einer noch nicht verzeichneten Platte hinaufgestürzt. Sehr geile Züge an kleinsten Leisten und kleinen Trittlöchern, wahrscheinlich 6c+.
Während sich die Erwachsenen in 2er-Teams in den Wände abmühten, erkundeten Emma und Eline die Umgebung.
"Program genozida" (6b)
Den nächsten Tag verbrachten wir im Sektor Albercones. Nachdem wir gestern ein wenig vom Winde verweht waren, gab es hier fast keinen Wind, dafür aber ein herrliches Spielparadies am Hang inmitten von Pinien. Dass der Fels ebenfalls von super Qualität war und - zumindest für meinen Geschmack- die richtige Neigung hatte (liegend!), ließ alle ohne Meckern den Tag ertragen. Als Krönung für die Kids war der Zug, der 3 mal am Tag aus den Eisenbahntunneln rauskam, und unter uns wieder im Berg veschwand.
Für mich sehr erfreulich war, dass hier fast alle mit Helm klettern. Das ist aber auch nötig, da es über den Klettergärten noch etliche Meter Fels gibt, durch die auch einige Mehrseillängen gehen. Außerdem soll es viele wilde Ziegen geben - gesehen haben wir aber keine. Steinschlag gab es bei uns in der Woche zum Glück nur einmal nebenan. Nach Regen soll hier aber mehr vertikales Fallobst untwergs sein.
In Albercones sind die Touren wieder schön technisch. Bis 7a+ arbeiten wir uns hoch, meinst RP, für den 2. Versuch in "Sufre mamon" (7a+) reicht aber die Zeit nicht mehr.
Wachsame Augen bebachten uns...

"El vuelo de los peluos" (6a+) - diese Tour verlangt "laterales Denken"

Sarah denkt auch seitlich...
Klettern ist für jung und alt

Der Mittwoch sollte der "kälteste" und bewölkteste werden (17°C), daher fuhren wir nach Vale de Abdalajis, dem Mekka der Plattenkletterer. Südseitig und windgeschützt wird es hier schnell zum Backofen. Obwohl der Fels an einem steilen Hang steht, fanden wir zwischen den kleinen Palmen einen ebenen Spiel- und Lagerplatz. Die kleinen Pfade durch Dickicht haben Emma und Eline begeistert. Verstecken und Fanger spielen ging hier super. Auch die Großen hatten ihren Spaß. Technisches Plattengeschleiche dominierte, aber auch ein paar kleine neuerschlossene Dächer haben uns viel Freude gemacht. Gerade, weil die noch nicht im KleFü eingezeichnet waren, konnte man richtig schön unbedarft herangehen und ich muss sagen, dass eine von den Touren bestimmt mit zu den Top 50 der Region gehört!

Der Schlüsselzug der unbekannten Top50 Tour (ca. 6b+)
Ein paar Meter höher heißt es Platten schleichen par excelence
Auf großer Expedition im Wandfußdschungel
 Von Alex schon lange herbeigesehnt, ging es am Donnerstag endlich ins Überhangland: Desplomilandia. Nach einer halbe Stunde kurviger Fahrt ins Gebirge entlang riesiger Stauseen waren wir da und das Thermometer zeigte uns ungewohnt einstellige Temperaturen an. Zum Glück ist das Gebiet nordseitig ausgerichtet - da schwitzen wir nicht so sehr... Ein gewaltiger Felsriegel zieht sich hier am Hang entlang, meist überhängend - hier gewinnt der größte Bizeps :) Am Wandfuß fand sich wieder ein recht geeigneter Platz, wo wir auch die Hängematten für die Kids aufhängen konnten und dann haben wir uns den ganzen Tag in Top50 Routen herumgetrieben. Sieht die Struktur anfangs noch echt kompakt und schwer aus, zeigt sich bei genauerer Betrachtung doch vieles besser griffig. Obwohl wir langsam Sportkletterer geworden sind (wir waren erst gegen 11 am Fels...) bin ich den oberen Teil meiner ersten Tour mit fast tauben Fingern vor Kälte geklettert. Nachdem sich aber der Kreislauf drauf eingestellt hatte, ging es. So konnte wir die herrlichen Touren "Alobeitor" (6a+), "Sin manteminiendo" (6a), "Buena sombra" (6b+) und "Yogur de Coco" (6c) klettern. Um den Mädels auch mal eine Freude zu machen, sind wir dann nicht ganz so spät wieder los und haben nochmal einen kleinen Ausflug zum Stausee gemacht, wo wir etliche Kilo Steine und Beton ins Wasser geworfen haben.
Oranger Fels bedeutet überhängend...
Von was hier wohl geträumt wird?

Ein herrlicher Ausblick auf den Stausee
Steine werfen macht riesig Spaß
 

Am nächsten Tag ging es nochmal nach Frontales, diesmal aber ein Stück weiter den Felsriegel nach hinten in den Sektor Castrojo. Hier hatte Alex noch eine Rechnung mit dem "Little brown Baby" (7a+) offen. Da der Wandfuß nicht so gut war (klein und danach gings runter), haben wir nur eine Aufwärmtour gemacht und sind ins Baby eingestiegen. Leicht überhängend, im unteren Teil große Griffe (wie in ner Halle) musste ich auf ca. der Hälfte der Schwerkraft den Vorzug geben. Meine Arme waren dick, mit 2 Erholungspausen habe ich mich aber nach oben arbeiten können. Alex konnte es dann flashen. Nicht schlecht. Da neben dem Sektor ein kleiner Steinschlag nach unten ging, sind wir wieder hinunter auf den Parkplatz und haben dort die Hängematten aufgespannt. Unseren Plan, dass Sarah und ich zum Caminito del Rey gehen und uns den anschauen, während die Mädels schlafen, haben die beiden zunichte gemacht. "Nicht müde"... Die einzigen, die rumlagen und sich ausgeruht haben waren die Erwachsenen... Also gab es noch ne kurze Kletterrunde für Alex und Sarah während ich mit den beiden Essen gekocht, Burgen gebaut und wandern gegangen bin. Gegen 3 machte sich dann doch eine leichte Müdigkeit breit, die mit mehr oder weniger Protest akzeptiert wurde. Ergebnisorientiert würde ich sagen: am Ende haben sie geschlafen :)
Also auf zum Caminito. Kletterer sollten hier laut Flyer kostenlos durchkommen. Testen wir es mal aus. Die Homepage des Weges ist sehr lustig. Was man alles nicht darf (sein Kind auf den Arm nehmen) - wir mussten einige Male schmunzeln: http://www.caminitodelrey.info/de/#1 Man aktualisiere regelmäßig die Internetseite um zu schauen, ob die 4 Elemente nicht zu sehr toben, ansonsten hilft auch der Helm nichts... :D Gegen den Strom gelaufen erreichen wir den Eingang zur Schlucht, der seit der Restaurierung mit Zaun abgesperrt und von Kameras überwacht wird. Ein freundlicher Mitarbeiter sagte uns, dass wir nur mit gültiger Karte Eintritt hätten (die gibt´s am Nordausgang - 7km direkte Luftlinie), die ganzen Touren in der Schlucht aus Sicherheitsgründen gesperrt sind und wir wirklich nur mit gültiger Karte hinein könnten. Danach meinte er noch, wenn er Kletterer wäre, er würde durch die Eisenbahntunnel laufen, es fahren ja eh nur 3 Züge pro Tag und Richtung. Das wird auch fleißig von Kletterern praktiziert, allerdings sollte man dafür die Schilder mit der angedrohten Strafe von bis zu 6000€ übersehen und über/unter den 3-4m hohen massiven Sicherheitszaun klettern/kriechen können. Schon lustig, dass von einem offiziellen Angestellten zu hören... Vielleicht gibt´s ja Provision für jeden gemeldeten kriminellen Kletterer... :) Da das nichts wurde, sind wir halt noch ein bisschen klettern gegangen und haben den Tag richtig gut ausgekostet.
Spielplatz mit Aussicht auf das untere Staubecken
"Little brown baby" (7a+)
Der Caminito del Rey führt sehr lufitg durch dieses genial aussehende Schlucht... Wir haben leider keinen weißen Bauhelm bekommen und konnten es daher nur von Außen bewundern
An unserem letzten Klettertag ging es in den Sektor Suizo. Hier gibt es unter einer vorgelagerten Wand einen herrlichen steinschalggeschützten Lagerplatz mit Hängemattenbäumen, ebener Fläche, viele Spielelemente und anschließender Kletterwand. Mit jeweils 4/5 Touren haben wir es nochmal krachen lassen. Persönliches highlight was die Onsight-Begehung von "Judea del frenta popular" - eine 43m lange 7a+ Verschneidung. Genau mein Ding: viel Fußarbeit und dank sächsischer Kamin- und Schulterrißtechnik konnte man sogar zwischendurch ausruhen :)  Sarah hat sich im Toprope auch zügig hinausfgearbeitet und Alex konnte auch seinen Onsight abholen. Während sich die Mädels danach auf dem Lagerplatz ausgetobt haben, Asado gemacht, Verstecker gespielt haben, haben wir 2 von den 3 direkt angrenzenden Wegen geklettert. Hart bewertet und sehr technisch... Kam einem echt schwerer als 6a+ und 6b vor. Nachdem wir die letzten Meter und Minuten am Fels nochmal richtig genossen haben, ging es wieder zum Auto und 3 Minuten zurück zum Haus. Packen war die Ansage, die aber durch ein bisschen Bildungsfernsehen aus dem Internet aufgepeppt wurde.
Alex klettern direkt überm Lagerpaltz "Mas potenzia" (hart 6a+)

Am Sonntag hatten wir bis zum Flug noch ein bisschen Zeit, also sind wir auf den Aussichtspunkt gegenüber von El Chorro gefahren und haben den Ausblick (erstes Foto) und den verschmusten Hund der benachbarten Kneipe genossen. Zum Abschluss ging es nochmal ans Meer. In direkter Nachbarschaft zum FLughafen haben wir noch knapp 2 Stunden im warmen Sand verbracht. Im Internet stand, 18°C Wassertemperatur - zu kalt zum baden :) Den Mädels hat es gefallen.
Mit dem Einchecken auf dem Flughafen ging dann unser Urlaub schon wieder zu Ende. Schade, schade. Aber die nächsten Urlaubsideen haben wir schon besprochen. Anthen soll auch sehr viele schicke Klettergebiete haben und die Fluganbindung ist ja auch nicht so schlecht... :)
Endlich mal ne Wäsche ;)
Volle Aufmerksamkeit am Flughafen in Malaga

Viele Grüße
Basti