Montag, 29. Mai 2017

Algarve

Unser letztes Frühstück in La Pedriza haben wir am Fluss verbracht, da wir die Polizei nicht unnötig aus der Ruhe bringen wollten. Familie Behr wollte irgendwie nicht so richtig aus dem Bus kommen. Der kleine Justus hatte das Drei-Tage-Fieber (was man ja immer erst Hinterher weiß,wenn das Exanthem kommt) und war noch nicht ganz auf der Höhe. Schnell waren unsere Sachen gepackt und wir starteten gen Süden. Bei 36°C kann man nur Autofahren...anders hält man´s nicht aus. Wir kamen etwa 600km weit und suchten am zeitigen Abend einen Schlafplatz. Gar nicht so einfach, in solche urbanen Gebieten wie Sevilla. Ein Industrieparkplatz weckte unser Interesse...hinter einer Halle kochten wir uns Nudeln con Carne und beschlossen dann, doch nochmal einen schöneren Platz zu suchen, denn wir standen auf einer halben Müllhalde. Die Suche hat sich gelohnt: Mitten im Pinienwald fanden wir einen sandigen Abzweig. Wären die ganzen Plantagen nicht, wäre Andalusien ein echtes Paradies! Naja, jedenfalls war die Nacht im Wald sehr warm...aber wir sind eben im Süden angekommen.Am nächsten Morgen gabs ein delikates Waldfrühstück: Baguette mit Spiegelei und gebratenem Käsewürstchen....Genial!!!
Dann gings ab nach Albufeira bei Faro. Dort hatten wir uns mit Anne und Felix verabredet, denn die haben inzwischen Annes Eltern vom Flughafen abgeholt. Jetzt sind wir für ein paar Tage zu 9. Dann war erstmal Wäschewaschen und Aufräumen sowie der Strandbesuch angesagt. Fischerhütten und alte Käne machen den eigentlichen Touri-Strand ganz passabel...sonst ist das Städtchen nicht so schön. Und ein italienisches Eis gönnen wir uns auch noch...mhhh war das lecker. Die Babys lieben den Sand und Emma die Wellen...allerdings war der Wind recht frisch...sodass wir unseren kleinen Zitteraal schon sehr zeitig aus dem Wasser angeln mussten.
Am folgenden Tag ging es dann zu einem Touri-Hotspot...an die typischen Höhlen der Algarveküste: ausgespülte Kalkhöhlen und hübsche Strände. Hier war baden, buddeln und chillen angesagt, dann gings weiter ans südwestliche Ende Europa: Sacres.





Uns war heute mal nach was ganz anderem: surfen. Gewappnet mit Neopren und Szrfbrett sind wir hinauf aufs Meer. Wobei Basti am Anfang eher unter den Wellen war als obendrauf. Nachdem sich aber die erste Euphorie mit großen Schlucken Salzwasser hinuntergespühlt hatte, sind wir unsere weiteren Versuche im Weißwasser gefahren und zumindest konnten wir ein paar Gischtwellen hineinreiten - wenn auch nicht im stehen. Das üben wir dann beim nächsten Mal.


Mittwoch, 24. Mai 2017

Albarracin und La Pedriza

Unser Rundgang in Albarracin war immer voll im Timing. Gab es einen Gewitterguss, hatten wir einen sicheren Unterstand. Ein sehr hübsches mittelalterliches Dörfchen mit viel Fels rings herum... Wir haben sogar einen Bäcker entdeckt, der schon 8:30 Uhr aufmacht und von dem wir in den nächsten Tagen immer unsere Baguettes holen.


Die nächsten Tage haben wir wieder am Felsen verbracht und eine nette Familie aus Hamburg kennengelernt. Basti konnte seine nächste 7a bouldern, hat sich dafür aber am nächsten Boulder die Finger ordentlich gezerrt, sodass die Kinderbetreuung für die nächsten Tage geklärt ist. :-).
Noch 2 weitere Tage waren wir in Tierra Media und La Fuente bouldern, wo Emma unverhoft einen mit 6a ausgeschriebenen Boulder geklettert ist. Wahnsinn... So langsam war aber die Haut durch und die Luft raus, sodass wir nach einem kurzen Abendbrot auf dem Parkplatz sind wir zur abendlichen Fahrt nach La Pedrizia aufgebrochen.
Emma in einer 3+
Die Spanische Landschaft ist echt anders, als wir sie uns vorgestellt haben. Bunte Felsen und Felder jeder Gattung, endlose Ackerflächen und Wälder, eine sehr schöne Autofahrt. Der Großraum Madrid sieht abends auch sehr beeindruckend aus, schon alleine die unendliche Anzahl an Flugzeugen in der Luft.
In Manzares el Real stehen wir auf einem kleinen Parkplatz am Ende des Tales. Die lokale Polizei fährt hier regelmäßig ihre Runden, da fühlt man sich sicher. Je höher die Polizei aber angesiedelt ist, desto unentspannter sind sie. Gestern war die Policia Madrid da und hat irgendwas gesagt, heute früh kam die Guardia Civil auf Streife und hat gesagt, dass wir hier nicht Campen dürfen. 10 Minuten später kam die Ortspolizei vorbei und hat sich gewundert, dass wir aus Deutschland hierher kommen und uns "Verry welcome" geheißen. Tja, da bleiben wir doch noch eine Nacht hier stehen, auch weil ein 83-jähriger Spanier, der jeden Abend vorbeikommt und seine Deutschkenntnisse wieder auffrischt, gesagt hat, dass hier Wochenends der Parkplatz voll mit Übernachtern ist.
Gestern waren wir bei 28°C bouldern. Der Granit ist super rau. Ein paar schöne Linien bis 6b haben wir gemacht, aber nur mit viel Siesta zwischendurch.
Heute waren wir ein bisschen wandern und haben das Tal hinauf erkundet. Es sieht aus wie im Bergell, nur alles viel runder und mega viele Felsen. Traumhaft. Einziger Wehrmutstropfen: im Fluss darf man nur gegen bis zu 3000€ baden - es ist wegen Trinkwasser und früheren Müllproblemen verboten.
Im Felsenmeer von La Pedriza
Morgen starten wir dann Richtung Süden (uns ist es noch nicht warm genug :) und werden erstmal ein paar Tage an der Algarve verbringen.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Viva la Espania!

Da sind wir endlich!

Nachdem es Probleme mit Internet und unserer SD-Karte gegeben hat, können wir nun endlich bloggen. Fotos müssen wir später hinzufügen, da dass WLAN hier auf dem Zeltplatz spinnt und extrem langsam lädt.
Wahrscheinlich können wir nicht ganz so häufig bloggen, wie wir es versprochen haben, aber wir bemühen uns, Ihr sollt schließlich etwas an unserer Elternzeit teilhaben können und sehen können, dass es uns gut geht! :-)
Nun aber mal der Reihe nach:
Woche 1:
Nachdem wir uns bei Oma Brunnis Geburtstagsessen den Bauch voll geschlagen haben, ging es gen Süden. Erster Stopp: Frankenjura. Hier trafen wir Alinkes und verbrachten ein paar schöne Klettertage...auch wenn es doch ein wenig kalt und auch hin und wieder etwas nass war.

Als wir dann nach Spanien weiter wollten, bemerkten wir, dass unsere Kinderreisepässe noch zu Hause lagen. Also fix zuhause angerufen und die Pässe per Einschreiben ins Allgäu zu unseren Freunden schicken lassen. Im Allgäu verbrachten wir auch zwei herrliche Tage. Wir testeten die nagelneue Kletterhalle in Kempten und dann waren die Pässe auch schon da.
Los ging´s mit einer dreitägigen Fahrt über Genf, Grenoble, Barcelona nach Albarracin. Dabei konnten wir immer wild übernachten und mussten uns eingestehen, dass wir ein Händchen für schöne Schlafplätze hatten. So fühlt sich Urlaub gut an!
Am Sonntag dann hatten wir unseren Marathon dann geschafft und machten eine herrliche Rast am Flüsschen von Albarracin, bevor es dann auf den Mirador-Parkplatz ging.
Woche 2:
Am nächsten Tag kamen dann Anne und Felix und wir sind durch die Blöcke gezogen. Durch die Pinien und den leichten Wind der immer weht; lässt es sich bei 25°C gut aushalten. Zwei Tage konnten wir im Parking-Sektor und Arrastradero wunderschöne Linien klettern. Das Gebiet ist dabei so überlaufen, dass wir in den 2 Tagen ganze 4 Boulderer gesehen haben.
Da das Wetter schlecht angekündigt war und Sturm ging, haben wir uns dann spontan entschlossen Richtung Valencia ans Meer zu fahren. In Pucol sind wir dann mal wieder auf einem Zeltplatz eingecheckt und haben groß Wäsche gewaschen. Zwar ging hier auch starker Wind, aber mit 25°C und Sonne ließ es sich aushalten, im Gegensatz zu den 14°C in Albarracin.
Emma hat den kurzen Ausflug ans Meer gleich zu einem Bad genutzt, bevor uns der umherfliegende Sand vertrieben hat.
Damit wir nicht den gleichen Weg nach Albarracin zurückfahren mussten, wollten wir uns noch Chulilla anschauen. Einfach MEGA! Demzufolge sind wir hier gleich mal 3 Tage hängen geblieben und haben ein paar richtig geile Klettertouren ziehen können. Vom Megasinter (den es für 6b+ gab) bis zur feinsten Leistenkletterei war alles dabei. Basti konnte sogar eine fette Ausdauer-7a onsighten! Direkt neben dem Parkplatz, auf dem wir standen, gibt es eine kleine Kletter-Kneipe, die wir natürlich auch beehrt haben.Ausgehungert wie wir waren, gab es für uns 4 Erwachsene und 3 Kinder 7 Hauptgerichte und eine Vorspeise. :) Superlecker.
Nach 3 Tagen zog es Sarah und Felix dann wieder zurück an die kleinen Blöcke und so sind wir gerade wieder in Albarracin.Eine ausgiebige Rast am Flüsschen schien allen gut zutun, die Babys konnten mal nackig rumlümmeln und wir ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Die letzten 2 Tage haben wir in den Sektoren Tiera Media und Techos verbracht, wobei es gestern echt überlaufen war - 17 Uhr kamen auf einmal 8 Boulderer auf einmal... Alle sind gerade schön am Projektieren, bis 7a fielen schon die Boulder, bei 7a+ hängt noch der Projektiersack.
Heute wollen wir eigentlich einen Touritag machen, wir hängen aber gerade im Gewitter auf dem Zeltplatz fest und nutzen die Zeit zum Bloggen, Aufwaschen und Matschen.Aber die tolle Altstadt und die Festung müssen unbedingt noch besichtigt werden.
Morgen wollen wir ins großer Baby-Kindergruppe in die Wälder hinaus...und in den nächsten Tagen geht es dann über La Pedriza Richtung Portugal. Wir wollen nach Sintra bei Lissabon und davor noch an die Algarve-Küste. Anne und Felix treffen dort ihre Eltern und wir werden ein bisschen Strand, Stadt und Boulder genießen, um dann an der Westküste gen Norden zu tingeln. Wir haben erfahren,dass es dort super tolle Boulder geben soll.
Soweit von uns...bis zum nächsten Blog!
Ganz ganz liebe Grüße an die Daheimgebliebenen!

Sonntag, 21. August 2016

Rochlitzer Berg

Nachdem wir Anfang des Jahres mal eine Erkundungswanderung zum Rochlitzer Berg gemacht haben, schwirrten uns die schönen Linien schon lange im Kopf herum. Nun endlich hatten wir die Zeit zu einem Kletterbesuch. Während Sarah mit Emma und Sina unterstützt von Oma und Opa auf dem wunderschönen Waldspielplatz herumgetollt sind, sind Sören und ich ins Loch abgeseilt. Schon ein komisches Gefühl, wenn der einzige Ausweg nur nach oben geht.
Die erste Tour war dann mit dem "Leuchtenden Pfad" (7-) eine ganz große Linie - 25m Handriß in einer ansonsten arschglatten Wand. Die Sicherung war mit Bohrhaken okay, ein paar zusätzliche Friends haben aber meine Nerven auf dem Weg dazwischen beruhigen können.
Vom Start weg ein Genuss

Im Gleisbergbruch herrscht eine etwas "exotische" Kletteratmosphäre - ein Mix aus Bergbau und Wildnis

Rechts im Bild die Löcher gehören zum "Künstlichen Paradies" (8+)


Im Anschluss haben wir uns noch im benachbarten "Künstlichen Paradies" (8+) die Kante gegeben. Die komplette Tour ist künstlich gebohrt worden, es dominiert also Fingerlochkletterei. Dabei sind sowohl Griff- als auch Bohrhakenabstände manchmal weit. Die Züge sind schon geil, ich konnte zumindest alle Züge klettern, die meisten sogar zusammenhängend. Sören hat sich fast einen RP-Durchstieg sichern können, leider war am letzten Bohrhaken (der nach oben und unten 4m Abstand zum nächsten hat) ein kleiner Sitzer angesagt.
Nach diesen 2 Touren ging es dann zum Rest auf den Spielplatz zum Mittags-Picknick. 
Der supergeile Waldspielplatz keine 100m vom Steinbruch entfernt
Da müssen wir für die RP-Begehungen wohl nochmal hierher kommen. Aber das ist verkraftbar, da es hier noch ein paar richtig geile Routen gibt. Wir freuen uns auf jeden Fall schon!

Viele Grüße,
Basti

Samstag, 30. Juli 2016

Klettern im Burgund

In der ersten Sommerferienwoche sind wir selten zu Hause, in den letzten Jahren waren wir immer mit unserer Jugend in den Mittelgebirgen unterwegs. Da die Jugend unaufhaltsam älter wird, sind wir dieses Jahr zum letzten Mal ins Sommerferienkletterlager gefahren. Dafür sollte es dann aber schonmal was besonderes sein. Nach basisdemokratischer Abstimmung fiel die Wahl aufs Burgund in Frankreich - Wein pur (während der Woche ist jedoch kein Tropfen Alkohol geflossen - und das bei 18-jährigen! (: )
Ob und in welcher Konstellation wir fahren würden, war aber bis auf den letzten Tag nicht so richtig klar, da unser Schlüpf-Termin mittlerweile in 4 Wochen war. Da sich Zwerg Nase aber gut führte haben wir die Notfall-Babyschale und eine kleine Erstausstattung eingepackt und los gings.
Treff war Freitag Abend um 8 in Chemnitz und danach hieß es Tempomat an - fast 900km immer Richtung Südwest. Gegen Mitternacht näherten wir uns bei Karlsruhe einer riesigen Unwetterzelle, die wir dann schön langsam komplett durchfahren haben. Die Augen wurden kleiner, also gab es immer mal einen Fahrerwechsel zwischen Sarah und mir. Gegen um 3 überfuhren wir die französische Grenze und erlebten ein paar Kilometer hinter Mullhouse erstmal eine Überraschung: Hochwasser. Aber nicht irgendwo - sondern mitten auf der Autobahn. Nur noch wenige Millimeter fehlten bis zur Leitplanken-Unterkante. Ein komisches Gefühl, mitten in einem reißenden Fluss zu stehen und nicht zu wissen, ob das Wasser ansteigt oder nicht. Nach einer spannenden Stunde hatten wir wieder Land unter den Rädern und fuhren weiter, bis wir uns kurz vor Beaune, unserem Ziel, nochmal eine Stunde auf einem Rastplatz aufs Ohr gelegt hatten.
Pünktlich um 8 waren wir auf dem Zeltplatz und jetzt hieß es erstmal aufbauen, danach noch ein bisschen buzeln und einkaufen fahren. Nach einem Spaziergang durch Savigny zum Spielplatz und Fitness-parkour war es irgendwie schon Abend geworden. Da alle trotz ausruhen irgendwie knülle waren, ging´s zeitig in den Schlafsack - ein klassischer Zombi-Tag.
ein klassischer Autofahr-Tag
Boulliand

Doch schon am nächsten Morgen trieb es dann alle aus den Schlafsäcken, der Himmel zog auf und wir entschieden die nahegelegenen Felswände bei Boulliand zu erkunden.
Uns erwarteten herrliche Kalk-Touren von kurz (ca. 8m) bis lang (ca. 25m) in den unterschiedlichsten Schwierigkeiten. Es konnten schon die ersten 6er geflasht werden und schnell waren wir vom Kletterfieber gepackt. Selbst Emma hat der Fels nicht kalt gelassen...sie kletterte in Bouilliand gefühlte 10x den Fels am Seil hoch (meist 4m) und hüpfte beim Ablassen, wie ein kleiner Frosch an der Wand wieder herunter. Basti schraubte gleich am ersten Klettertag das Niveau auf Wochen-Höchstleistung und kletterte mit "Wallstreet" eine 7a.
Am Abend tuckerten wir wieder zum Zeltplatz und kochten gemütlich unser Essen. Mit der Dämmerung fiel Emma in einen komatösen Schlaf und weckte erst am Folgetag gegen halb neun wieder auf.
Unsere Usch in einer Plaisir- 5c...

Berg-Heil an der französischen Sportkletterwand

malerische Kalkwände leuchten im Tal von Savigny les Beaune

Tobi an den Wänden vor Boulliand
Remigny

Vom Vortag gut warmgeklettert und voll motiviert, ging es am dritten Tag nach Remigny.
Doch wer Routen spulen will, muss auch gut gestärkt sein. So gab´s leckere Croissants und Baguettes zum Frühstück im Sonnenschein. Der tägliche Besuch beim dorfeigenen Bäcker war nun mittlerweile obligatorisch, da es hier die (unserer Meinung nach) weltbesten Croissants gab.

Fix waren die Kletterrucksäcke gepackt, Emma hielt noch einen Schönheitsschlaf im Auto und flux waren wir an den bis zu 30m hohen Kalkwänden in Remigny. Hier dominieren Platten- und Lochkletterei (oder nennen wir es "Kellenkletterei"), aber auch steileres und überhängendes Gelände ist natürlich zu finden. Wir konnten alle unser persönliches Kletterlevel nochmal steigern und die Jugend sammelte Wege noch und nöcher... - so eine Motivation waren wir schon lange nicht mehr gewohnt! Alex, z.B. schaffte an diesem Tag 9 Wege (und wir waren ja gegen Mittag erst am Fels).

Emma gefiel es in Remigny ebenfalls besonders gut. Das flache Gelände bot viel Platz zum Toben und herumräubern. Wir konnten sie nicht bremsen und hingen ihr gleich zwei Kletterstellen ein, die sie im Nu hoch und runterschnurpste! Leider ging der Tag viel zu schnell zu Ende und auf dem Heimweg stand auch noch Einkaufen auf dem Plan.

Den Abend haben wir dann dekadent an unseren 3 Gaskochern verbracht und standesgemäßes Abendbrot aufgetischt: frischer Kabeljau in einer Dijonsenf-Eihülle mit Kartoffelbrei und Buttermöhrengemüse.


café au lait und bon appetit!

Unsere Rakete am Start...

...und wie ein kleiner Frosch wieder herunter!

Basti flasht Ti Punch, 6b, im Überhang
Cormot
Auf den nächsten Tag freuten wir uns schon mega, denn es ging nach Cormot. Bis zu 40m lange Touren in einem wunderschönen Kalksandstein - herrlich. Vor 2 Jahren haben wir hier nur 3 Touren klettern können, wir waren also voll motiviert. Kaum war der Lagerplatz gefunden und alles Gepäck abgeworfen, ging´s los. Die erste Motiviation endete bei manchem aber nach 3 Klettermetern. Es war hoch, senkrecht und immernoch 10 Meter bis zum Umlenker. Wir fanden´s aber geil, kam man doch endlich mal richtig in Kletterfluss. Eine superspannende 6a bot erst 36m herrlichen Kletterei an einem schmalen Pfeiler, bevor die letzten 4 Meter durch eine luftige Dachriss-Verschneidung führten - mit jeder Menge Luft unterm Arsch.
Für die Aspiranten mit Höhenangst gab es auch ein paar kürzere Routen nebenan, sodass jeder auf seine Kosten kam. Auch Sarah stieg fluffig ein paar schöne lange Touren nach.
Mit Tobi hatte ich kurz vor der Mittaugspause noch etwas besonderes vor: "Le Toit". Eine 6b, die erst 30m einer Rissverscheidung folgt, bevor sie einen 4m-Überhang überwindet. Diese Linie ist mir letztes Mal schon aufgefallen, jetzt sollte sie fallen. Die Verschneidungsmeter waren herrlich und - obwohl schon leicht überhängend - recht einfach. Noch komplett ohne Pump in den Armen stand ich unterm Dach. Nun galt es die Dachverschneidung zu meistern! Zum Glück war direkt vor meiner Nase ein Bohrhaken, der nächste war nach 3 Metern an der Dachkante. Leider schienen ein Großteil der Henkel weggebrochen zu sein, denn es gab 1. viele Bruchstellen und 2. eingentlich keine Griffe, die 6b gerechtfertigt hätten. Nachdem ich ein paar Hangelgriffe getestet hatte, galt es. Über Hüfthöhe angetreten damit die Füße und Hände genug Druck aufbringen konnten, hangelte ich mich an der Dachkante hinaus. Direkt an der Kante kam ich ins Stocken, die Füße mussten noch höher. Ein einsamer und wackeliger Fichtelhaken lachte mich an, der Bohrhaken war noch 20cm über der Kante und unerreichbar. Die Arme waren dick und lange ging es hier nicht mehr. Also Exe in den Fichtel rein. Da die Griffe nich 100% fest waren, bröselte es leicht unter meiner Hand und die Reibung verringerte sich dramatisch. Es half nichts, schnell in die Exe fassen und dem Fichtel vertrauen. Er hielt und in dem Augenblick, in dem ich das Seil einklinkte, hing ich in der Luft. Nach ein paar Minuten ausruhen ging es dann über die Kante und das nunmehr senkrechte Gelände hinauf. Links von mir sah ich einen Kettenstand, da das Topo aber weiter hinauf ging, ließ ich ihn aus und stieg bbis hinauf. Oben waren die Griffe plötzlich sehr klein und der Umlenker bestand aus einem Bohrhaken, der entweder ein Seil oder einen Karabiner aufnehmen konnte, aber nicht beides zum fädeln... Also aussteigen. Glücklicherweise gibt es hier überall noch die alten Nachhol-Ringe auf dem Massiv, die teilweise an einer Metallstange in die Erde gerammt worden. Tobi kletterte souverän, bis er den Bohrhaken unterm Dach ausklinkte. Jetzt hatte er einen Versuch, oder einen schönen Pendel ins Nichts. Am Ende war es zweiteres und jetzt machten sich seine beiden Prusikschlingen am Gurt bis zur Dachkante verdient. Wieder am Fels, gingen die letzten Meter dann auch noch. Nach einer kleinen Wanderung an der Massivkante entlang, fanden wir einen Umlenker, an dem wir gemütlich abseilen konnten. Jetzt hatten wir uns aber das Mittag wirklich verdient. Ich fand "Le Toit"durch die wahrscheinlich ausgebrochenen Griffe eher 6c+ als 6b.
Am Nachmittag bauten wir für Emma noch eine Seilrutsche auf und fanden noch eine Stelle, an der sie selbst wieder ein paar Meter klettern konnte.
Auf dem Rückweg zum Auto sammelten wir dann noch die Walderdbeeren ein, die am Wegesrand standen und tuckerten gemütlich zum Zeltplatz.
Auf Tobi warten noch die letzten überhängenden Meter

Ausblick vom Umlenker nach Nolay

Mama, du kannst, ich hab dich straff!

40m 5a, was will man mehr?

Die Seilrutsche war der Höhepunkt des Tages

Kelly in den letzten unterarmplatzenden Metern von "Kim direct" (6a+)
Ruhetag Bouze
Nach drei Tagen wollten wir einen Ruhetag einlegen, die Finger und Kräfte schonen. Heute stand also Ausschlafen und Kultur auf dem Programm. Nach den üblichen Croissants und Pane au Chocolate fuhren wir nach Beaune. Heute war Markttag und den wollten wir uns mal anschauen. Vor dem Markthaus standen ca. 20 Händler und boten verschiedenste Sachen an. Nach einem kleinen Bummel über dem Markt lauschten wir einem Musikerpärchen. Da niemand in der Stadt rumlaufen wollte, sind wir nach einem kurzen Besuch in der Kirche (Kultur!) wieder zum Auto zurück. Der Grundtenor war: "Mhhh, so richtig Bock auf Stadt hab ich nicht. Klettern?" Davor mussten wir aber die Nahrungsmittelreserven wieder aufstocken und auf dem Campingplatz nochmal gemütlich Mittagspause machen. Danach ging es nach Bouze, wo wir einen entpannten Ruhetag mit etlichen Routen bis 6c+verbrachten. Das Gebiet wird wahrscheinlich nicht so häufig besucht: am Zustieg zum Fels liefen wir vorbei und bemerkten erst einige Höhenmeter weiter unten, dass wir falsch waren. Der Wandfuß war sehr abschüssig und es gab nicht so viel Platz für Emma zum rumtollen, glücklicherweise hat sie heute mal einen späten Mittagsschlaf in der Hängematte gemacht.
Der Fels war schön rauh und sah recht strukturarm aus. An den entscheidenen Stellen verbargen sich aber immer irgendwie Griffe, sodass wir nochmal alles gaben und viel Spaß in den Routen hatten. Tobi sammelte Flugmeilen, als er kurz vorm 2. BH auf Gras ausrutschte und wieder auf dem Boden stand.
Am Ende waren wir ganz schön geschafft von dem Ruhetag, zum Glück können wir morgen endlich wieder klettern gehen. :)
Das Hostel Dieu - eine der kulturellen Stationen auf unserem Rundgang durch Beaune


Sarah ist auch mit Murmel noch flott in 6a+ unterwegs

Emma macht bei der Hitze das einzig richtige: Nachmittagsschlaf in der Hängematte

Tobi schiebt sich die 6c-Kante hinauf

Hochbetrieb der Adoniskörper!

Nachdem wir uns am Vortag wunderbar ausgeruht hatten, wollten wir unbedingt nochmal nach Remigny fahren. Die herrlichen Löcher hatten es allen angetan. Und für Emma gibt es hier einfach den optimalen Spielplatz.
Hält jetzt mein Wackelturm?
Kaum angekommen, ging der Kletterturbo wieder bei allen los. Ich hatte mir eine 7a+ vorgenommen, bin aber in den falschen Weg eingestiegen und hatte mich kurz über den Onsight gefreut - fand ihn aber recht leicht. Am Ende stellt sich heraus, dass es "nur" 6c+ gewesen ist und die angepeilte Tour einen Meter weiter links gestartet wäre. Aber egal - eine geile Tour war es allemal, vor allem mit einem bequemen No-Hand-Rest im oberen Drittel. Unten henkelig und steil, war ich am Rastpunkt nur leicht angepumpt. Trotzdem erstmal hinsetzen und die Aussicht genießen. Die letzten 8 Meter waren dann aber durchaus steil und kleingriffig, sodass ich nochmal alles geben musste. Zum Abschluss wartete dann noch ein patschiger Mantle ohne wirkliche Griffe - fordernd!


Den letzten kompletten Klettertag wollten wir im größten Gebiet im Burgund verbringen: Saffres bietet über 500 Routen aller Schwierigkeitsgrade von 6 bis 35m in unübersichtlichem Kalksandstein. Nach einer Stunde Autofahrt erreichten wir kurz vor 11 den großen Parkplatz - und waren die einzigen... Kurze Skepsis machte sich breit - ist etwa gesperrt oder warum ist keiner hier? Da wir davon aber nichts wussten, schulterten wir die Rucksäcke und bewegten uns zum Wandfuß. Dieser ist fast überall kinderfreundlich, wenn auch ein bisschen verblockt. Emma hatte aber ihren Spaß daran dort rum zu kraxeln und Gehege für die imaginären Zootiere zwischen den Steinen zu bauen. Das Highlight war auf jeden Fall die kleine Höhle, in die man 30 Meter hineinkriechen konnte.
Die Größeren tobten sich derweilen in den großen Wänden aus. Entweder war der Saft langsam raus oder es war eher hart bewertet, wir kamen über 6b nicht hinaus und haben uns auch an 6a richtig schwer getan. Nichtsdesto trotz hatten wir am Ende des Tages jede Menge Klettermeter auf dem Tacho stehen und erstaunlicher Weise keine Wunden Finger. Der Fels im Burgund scheint ein sehr hautfreundlicher zu sein...
Tobi nutzt nochmal die langen Wege zum Metern

Unterwegs im großen Märchenwald

Ausblick vom behindertengerecht ausgebauten Aussichtspunkt (der mittlerweile schon wieder zuwuchert) auf den einzigen Gipfel des Gebietes

Abends gab es wieder dekadentes Kochen mit 3 Flammen
Chambolle Musigny
Dann brach auch schon wieder der letzte Tag an.
Bianka musste  schon zeitig nach Beaune zum Zug gebracht werden, da sie weiter nach Italien reiste. Bis der Transferbus mit frischen Croissants aber wieder da war, haben wir schonmal ein bisschen Krempel zusammengepackt. Den Vormittag brauchten wir, um die Zelte abzubauen und alle Sachen im Bus zu verstauen. Als es dann anfing etwas zu nieseln, saßen wir dann schon im Auto und fuhren gleich zum letzten Klettergebiet nach Chambolle Musigny.
Der Plan: Klettern bis zum Umfallen und dann ab auf die Autobahn und Richtung Heimat düsen.
Hier hatten wir den wohl längsten Zustieg, von sagenhaften 15min und wuchteten uns den berg hinauf. Für Kelly´s Eltern, die heute ankommen sollten (da sie noch etwas Urlaub im Burgund machen wollten) legten wir Pfeile bis zum Wandfuß aus.
Am Wandfuß, der aber diesmal nicht grad kinderfreundlich war, bastelten wir Emma eine Hängematte über den Weg und schmissen uns in die ersten Klettertouren. Auf den ersten Blick sah alles sehr schwer und seeeehhhhr glatt aus. aber irgendwie waren dann doch einige Touren durchaus machbar. "Kurz und knackig" war hier die Devise. Bis 17 Uhr kraxelten wir dann doch noch und los ging´s Richtung nach Hause.
Emma holte ihren ganzen Mittagsschlaf nach und kurz vor der deutschen Grenzen gabs dann noch eine leckere Rast mit selbst gebrutzelten Spätzle mit herrlichem Blick auf die Vogesen.
Die Rückfahrt verlief relativ unspektakulär und recht flott,so dass wir gegen 5 Uhr in Chemnitz eintrafen.
Eine herrliche Kletterwoche ging zu Ende und wir zehren noch lange von den schönen Touren!
Au revoir und Danke an unsere liebe Jugend...wir waren echt geplättet von der gigantischen Motivation am Fels!

LG BSE+x

ein Wagnis der besonderen Art: Joni auf glattem Untergrund!

die letzten Meter im Burgund....

Walrösser können doch klettern!

Aussicht nach Chambolle Musigny

die (sogar regional typische) Henkersmahlzeit bevor uns Deutschland wieder hat








Mittwoch, 13. Juli 2016

Kinder-Wandern in Tisa

Weil uns der Mai mit soooo herrlich warmen Wetter belohnt und wir auch noch ein kleines Geburtstagsgeschenk einzulösen hatten, trieben wir uns an jenem Wochenende im tschechischen Sandstein herum. Diesmal ging es mit Emma´s Kindergartenfreund Ben und seinen Eltern durch die Felsenstadt von Tisa. Da es am Vorabend geregnet hatte, war an klettern leider nicht zu denken, dafür hatten die Kids aber in den Pfützen auf dem Weg reichlich Spaß!
Es hatte keine 20min gedauert, bis die ersten Schuhe durchgeweicht waren, weshalb wir dann einfach auf das komplette Schuhwerk verzichteten.
Felsen testen...

ein Paradies für nackige Kinderfüße!

Viele Höhlen und Durchschlüpfe wollten von den Zwergen erforscht werden und auf einigen Felsen konnte man prima rutschen.
Nach einer gemütlichen Mittagspause mit Wienerwürstchen und frischen Brötchen gings dann weiter durch den oberen Teil der Felsenstadt. als die kleinen Kinderfüße dann aber doch etwas müde wurden, suchten wir uns zwei schicke Hängemattenbäume und ließen die Kids erstmal ne Runde schlafen. Derweilen rissen wir uns eine große Melone unter den Nagel und lümmelten auf unserer Picknick-Decke herum.

Ein herrlich entspannter Tag ging zu Ende und Emma fiel mal wieder knülle ins Bett.
Danke für die tolle Begleitung!